Chronik der Musikkapelle Deuchelried

1823 
Aus den Kirchenbüchern ist ersichtlich, daß bereits im Jahre 1823 mit dem Musizieren begonnen worden sein muß. Die Kirchengemeinde ließ den scheinbar schon sehr geübten Musikern jährlich einen bestimmten finanziellen Betrag zukommen.

1825
Gründung des Musikvereins Deuchelried. Die musikalische Leitung dieser Ur-Kapelle übernahm Kapellmeister Rieser (* 1779). Im Jahre 1935 wurde in einer kleinen Trommel eine Urkunde gefunden, auf der alle Gründungsmitglieder aufgeführt sind. Das Original dieser Urkunde ist vermutlich durch die Kriegsereignisse im Jahre 1945 wieder verloren gegangen.

1833
Die Musikkapelle tritt in einer Wangener Gaststätte auf. Im Wochenblatt für den OA-Bezirk Wangen vom 6. September erscheint dazu folgende Anzeige: Bei Unterzeichnetem wird der Musik-Verein von Deuchelried am nächsten Sonntag dem 8. d. M. Abends 4 Uhr Harmonie-Musik veranstalten , wozu jedermann höflichst einladet J. U. Futscher Schützenwirt.

1837
Konrad Milz (*1807) aus Ahegg übernimmt die Leitung der Musikgesellschaft.

1870 
Die erste Vereinsfahne wird angeschafft. Sie wird aus einfarbiger roter Seide hergestellt. Die abgebildete Anzeige erschein am Samstag, dem 4. Juni im „Argen-Boten“ (Amtsblatt für den OA Wangen) und lädt die Bevölkerung zur Fahnenweihe am Pfingstmontag im Gasthaus Adler in Deuchelried ein.

Das erste Foto der MKD 1870

1875
Fidel Milz (*1839) aus Ahegg, der Sohn des bisherigen Kapell-meisters Konrad Milz, wird dessen Nachfolger. In dieser Zeit fungiert die Musikkapelle regelmäßig auch als Kirchenmusik bei den sonntäglichen Gottesdiensten.

1887
Xaver Zodel (*1863) aus Breiten tritt die Nachfolge von Fidel Milz als Kapellmeister an. Er hatte sich während seiner Militärzeit beim Trompetenkorps in Ludwigsburg wertvolle musikalische Kenntnisse erworben, welche er nun zu Gunsten der Musikkapelle Deuchelried verwenden kann.

1890
Am Montag, dem 5. Mai führt die Musikgesellschaft Deuchelried im Gasthaus zum „Goldenen Adler“ in Kisslegg ein Konzert auf. Ein Artikel im „Argenboten“ des Folgetages lobt überschwenglich: „....Wenn sich in einem schlichten Dorfe eine Musikkapelle bildet, die so vorzügliches leistet, so ist dies gewiß doppelt anzuerkennen, was Herr Schultheiß Dentler in gebührender Weise hervorhob und zu weiterm einmütigem Zusammenwirken ermunterte.“

1893
Auf Betreiben des Kapellmeisters Xaver Zodel wird eine neue Vereinsfahne angeschafft. Damals kann man noch nicht ahnen, daß diese Fahne zwei Weltkriege und mehrere Generationen von Musikern überdauern wird, um auch heute, über 100 Jahre später, noch ihren Dienst zu tun.
Dasselbe trifft auf den ersten Blick auch auf unseren Fähnrich zu – damals wie heute - Anton Leonhardt. (Es handelte sich damals um den Großvater unseres heutigen Fähnrichs).
Am Sonntag, dem 27. August findet die Fahnenweihe statt. In der Vereinschronik wird dieses Fest durch wörtliche Wiedergabe des am Folgetag erschienenen Zeitungsberichtes ausführlich dokumentiert:
„Gestern feierte der hiesige Musikverein das Fest seiner Fahnenweihe. Den Anbruch des Festes verkündeten morgens 5 Uhr Böllersalven. 5 ¼ Uhr durchzog der hiesige Musikverein unter hübschen Marschweisen den Ort, der reich beflaggt und geschmückt war. Um 8 Uhr sammelten sich die hiesigen Vereine und bürgerlichen Kollegien bei der Festtribüne unter Vorantritt des Musikvereins „Eisenharz“ und der Festdamen. Mit der verhüllten Fahne ging der Zug, an welchem sich auch die Musikkapelle des „Arbeiterbildungsvereins Wangen“ beteiligte, zur Kirche. Nach der Predigt nahm der Hochw. Herr Pfarrer Lupberger die Weihe vor....
...Fräulein Elise Nägele übergab nun Fahne und Schärpe, worauf das Amt folgte. Danach war Frühschoppen in beiden Gasthäusern. Präzis 12 Uhr begann das Festessen, welches der Küche des Gastwirts Nägele alle Ehre machte. Sämtliche anwesende Musikvereine besuchten den um 2 Uhr stattfindenden Nachmittagsgottesdienst. Um ½ 3 Uhr stellten sich die Feuerwehr, Kriegerverein und die inzwischen angekommenen Musikvereine von Niederwangen, Amtzell, Eglofs, Roggenzell mit oben genannten von Eisenharz, Wangen und hier, vor der bei dem Gasthaus Nägele erstellten Festtibüne auf.....
....Nach dem nun folgenden Festzuge, unter dem Klange von 7 verschiedenen Musikkorps, war gesellige Unterhaltung in beiden Gasthäusern, wo die einzelnen Musikkapellen wetteiferten, die Anwesenden durch schöne Vorträge zu erfreuen. Rauschenden Beifall ernteten die gemeinschaftlichen Vorträge der Musikvereine Amtzell und Deuchelried. Trotzdem der Himmel manche Besorgnisse weckte, verkehrte und wogte doch in den beiden Wirtschaften eine Menge Leute, wie sie Deuchelried wohl nicht wieder sobald zu sehen bekommt. Im ganzen verlief das Fest schön, durch keinen Mißton getrübt und darf als sehr gelungen bezeichnet werden.

1894
Am Montag, dem 1. Okt. findet im Gasthaus „Zum Strauß“ in Wangen ein Konzert der Deuchelrieder Musikgesellschaft statt. Der Zeitungsredakteur des „Argenboten“ schreibt am folgenden Tag: „...Wenn man die Opfer an Zeit und Mühe ins Auge faßt, welche die Mitglieder der Gesellschaft zu bringen haben bis solche Erfolge erzielt werden, so kann man verstehen, was auch auf dem Lande durch Fleiß, Einigkeit und Liebe zur Sache erreicht werden kann....“

1898
Xaver Zodel folgt einem Angebot der Stadtgemeinde Wangen und wird Dirigent der dortigen Musikkapelle. Auch sein Bruder Peter Zodel sowie die Musiker Hugo und Ludwig Nägele folgen ihm nach Wangen, so daß die Musikkapelle Deuchelried verwaist und nicht mehr spielfähig ist.

1904
Der Gemeindeverwaltung von Deuchelried gelingt es, Peter Zodel (*1862), den Bruder des bisherigen Kapellmeisters, zurückzugewinnen und die Musikkapelle neu aufzubauen. Wie sein Bruder Xaver hat auch Peter Zodel in musikalischer Hinsicht von seiner Militärdienstzeit profitiert. Er hatte in den Jahren 1883-1886 beim 2. Württ. Dragoner-Regiment in Ulm gedient.


Die MKD 1911

1921
Kapellmeister Peter Zodel legt den Dirigentenstab aus gesundheitlichen Gründen nieder. Sein Nachfolger wird Adalbert Nägele (*1883), Sohn des Gastwirts Martin Nägele, der selbst viele Jahre in der Musikkapelle das Piston bläst. Auch Adalbert Nägele ist schon seit 1904 als Posaunist aktiv, ebenso wie seine beiden Brüder Hugo und Ludwig. Daß die Familie Nägele so intensiv mit der Musikkapelle verbunden ist, ist wohl nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, daß sie sozusagen im Probelokal lebt. Das Gasthaus Hirsch, in dessen Saal die Proben stattfinden, ist schon seit Generationen im Besitz der Familie.

1923
100-jähriges Bestehen der Musikgesellschaft. Dieses Jubiläum wird in der Chronik mit keinem Wort erwähnt. Vermutlich hatte man in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg andere Sorgen, als sich mit Vereinsjubiläen abzugeben.

1924
Am 4. Febr. wird auf Anregung der Musikgesellschaft eine große Schlittenfahrt mit den Ziel Heimenkirch veranstaltet. Der folgende Zeitungsbericht beschreibt dieses Spektakel, an dem nicht weniger als 50 meist zweispännige Gefährte teilnehmen:

1933
Adalbert Nägele kann 2 Klarinettisten zur Verstärkung der Kapelle dazugewinnen, so daß er die Blechmusik in eine Harmoniemusik umstellen kann.

1935
Am 30. September wird das 110-jährige Bestehen der Musikkapelle gefeiert. Dieses Fest wird im kleinen Rahmen sozusagen dorfintern begangen. Nach dem feierlichen Kirchgang folgt ein Frühschoppenkonzert im Gasthaus Adler. Nachmittags um 3 Uhr wird das Fest im Wirtschaftsgarten des Gasthauses Hirsch fortgesetzt. Hier sorgen die Musikkapelle und der Kirchenchor mit ihren Darbietungen abwechselnd für Unterhaltung. Beim abendlichen Festbankett überreicht Bürgermeister Maier im Namen der Gemeinde ein neue Trompete als Jubiläumsgabe.

1936
Erstmals legt sich die Musikkapelle eine Einheitsbekleidung zu. Nachdem man in der Vergangenheit stets im dunklen Straßenanzug mit Hut in der Öffentlichkeit auftrat, entschließt man sich nun, 17 Uniformen samt Mütze anzuschaffen. Diese grünen Uniformen erinnern stark an Polizeiuniformen, was seinerzeit üblich und wohl auf den militärischen Ursprung der Blaskapellen in unserem Raum zurückzuführen ist.

1946
Der Krieg hat seine Opfer gefordert. Viele Musikkameraden stehen der Kapelle außerdem aus Altersgründen nicht mehr zu Verfügung. Ein Neuaufbau der Musikkapelle durch Ausbildung frischer Musiktalente wird dringend notwendig. Adalbert Nägele gelingt es, 15 junge Burschen für die Musik zu interessieren und stellt sie unter die Obhut von Benedikt Steinhauser. Einmal wöchentlich wird im Hirschsaal geprobt

1951
Am Pfingstmontag, dem 14. Mai findet aus Anlaß des 125-jährigen Bestehens der Musikkapelle ein Musikfest mit Fahnenweihe statt. Der leider regnerische Tag beginnt mit einem Festgottesdienst und der Weihe der neu restaurierten Fahne. Beim Festzug am Nachmittag sowie beim anschließenden Massenchor auf dem Dorfplatz nehmen 24 Kapellen aus den umliegenden Gemeinden teil. Der Kommentar aus der Musik-Chronik: “Zum Glück hatte der Himmel ein Einsehen und so konnte der farbenfrohe, tönende Zug zur Freude der vielen Zuschauer in aller Ordnung und Harmonie durch die Dorfstraßen defilieren.“

Ortspfarrer Schraivogel sieht das Fest aus einem anderen Blickwinkel und bemerkt in seiner Pfarrchronik etwas kritisch: „....Dagegen hat das 125-jährige Jubiläum der Musikkapelle die Gemüter schon lange vorher bewegt und die Pfingstfeier der Kirche in den Hintergrund treten lassen....
....Abends Tanz in beiden Wirtschaften. Die im Freien vorgesehenen Tische und Bänke waren wegen des kühlen Wetters umsonst aufgeschlagen. Trotzdem hatten die Wirte einen guten Tag. Auch die Musikkapelle kann mit dem finanziellen Ergebnis des Festes zufrieden sein. Der Geist der Kapelle dürfte aber kirchlicher sein. An den hohen Festen, an denen die Musik den Pfarrer zur Kirche begleitet und bei den Prozessionen mitwirkt, sitzen eine Reihe der Musiker während des Gottesdienstes im Wirtshaus."

Die Musikkapelle 1951

1954
Dirigent Adalbert Nägele verstirbt nach kurzer Krankheit. 50 Jahre lang wirkte er im Dienste der Musikkapelle, davon 33 Jahre als Dirigent. Sein Nachfolger wird der bisherige Vorstand Ludwig Zodel (*1900), der selber bereits seit 35 Jahren als Posaunist in der Kapelle aktiv ist.

1955
Unter Dirigent Ludwig Zodel nimmt die Kapelle zum ersten Mal an einem Wertungsspiel teil. Beim Musikfest im Eisenharz erreichen die Musiker in der Unterstufe einen 1. Rang.

1956
Ludwig Zodel übergibt die Leitung der Kapelle in jüngere Hände. Josef Biggel (*1929) , seit 1946 als Klarinettist in der Kapelle aktiv, wird Dirigent. Er hat sich durch Stimmungs- und Unterhaltungsmusik mit seinen Brüdern Franz und Georg (KaBiggelBelle) bereits einen Namen gemacht. Unter seiner Leitung wird die Musikkapelle um weitere 10 Musikanten verstärkt, so daß offene Register ausgeglichen werden können.

1960
Vom 25. Mai bis 1. Juni findet der erste Weltkongreß der Katholischen Landjugend in Lourdes in Südfrankreich statt. 26000 Jugendliche aus 61 Nationen versammeln sich hier unter der Losung „Hunger in der Welt“. Eine kleine Abordnung der Deuchelrieder Musikkapelle, bestehend aus 7 Musikanten, ist durch die Bundesführung der Kath. Landjugend dazu eingeladen worden, die Schlußkundgebung musikalisch zu umrahmen. Natürlich halten die Sieben mit ihrer Musik nicht hinter dem Berg und beschränken sich nicht auf die Schlußvorstellung, sondern packen bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Instrumente aus. Ein Riesenerlebnis für „Die Sieben Schwaben“, wie sie dort bald genannt werden. Vorstand Gebhard Heumos ist mit von der Partie und schreibt in sein Tagebuch:

„...Es war ein unbeschreibliches Erlebnis, wie diese Tausende aus fünf Erdteilen gemeinsam ein hl. Meßopfer sangen und beteten, - unvergeßlich auch, mit welcher Brüderlichkeit wir Deutsche von den Delegierten anderer Länder begrüßt wurden.... ....An diesem Tage überraschte ein Reporter des französischen Rundfunks die Sieben Schwaben. Wir mußten auf Band spielen und konnten uns schon anderntags im Radio hören.... Abends mußten wir noch einmal unsere Instrumente auspacken. Unser Reiseleiter, Landvolkpfarrer Wollman aus Freiburg regte das an, und bald kamen junge Menschen von überall her und machten mit. Portugiesische Mädel und Jungen führten im Wechsel mit unseren Darbietungen ihre schönen Volkstänze auf.“

1962
Die Musikkapelle Deuchelried übernimmt die musikalische Gestaltung der Feierlichkeiten zum 1. Diözesantag der Katholischen Landjugend-bewegung der Erzdiözese Köln, der am 30. März in der Beethovenhalle in Bonn stattfand. Im Rahmen dieses Aufenthaltes, ergibt sich die Gelegenheit, dem Bundeskanzler in seinem Heim in Rhöndorf ein Ständchen zu bringen.
Dr. Konrad Adenauer nimmt die von Vorstand Gebhard Heumos überreichten Blumen gerne entgegen und läßt sich auf einen kleinen Plausch mit Dirigent Josef Biggel ein.

1963
Nachdem man bereits seit einigen Jahren wiederholt in einer von der Landwirtschaftsschule Wangen geliehenen Tracht aufgetreten ist, entschließt man sich nun, eine eigene gleichen Stils zu beschaffen. Die Finanzierung ist schnell gesichert. Eine in der Gemeinde durchgeführte Altmetallsammlung reicht bereits aus, um die 5500 DM für die neue Tracht aufzubringen. Mit einem humorvollen Gedicht wird im Gemeindeblatt für die Sammelaktion geworben.

Obwohl Bundespräsident Dr. Lübke mit Gattin nur inoffiziell auf dem Gut von Minister a.D. Dr. Farny in Dürren erwartet wird, läßt es sich die Musikkapelle nicht nehmen, ihn bei seiner Ankunft mit dem Sonderzug aus München durch ein Ständchen zu ehren.

1965
Dirigent Josef Biggel gibt sein Amt an Franz Wetzel (*1937) aus Waldburg ab. Franz Wetzel bläst seit 4 Jahren das Tenorhorn in der Deuchelrieder Musikkapelle. Seine Begeisterung für Stimmungsmusik überträgt sich schnell auf die ganze Kapelle, was nach und nach zu recht attraktiven Spielaufträgen, wie beispielsweise den regelmäßigen Auftritten beim Lindauer Oktoberfest, führt.

1968
Dank des enormen Einsatzes von Gregor Badstuber und Josef Zeh sen. können 23 junge Burschen für das Erlernen eines Blasinstrumentes begeistert werden. Anlaß für diese Aktion ist die Gründung der „Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu“ in Wangen, welche eine optimale Gelegenheit bietet, qualifizierten Nachwuchs heranzubilden. Sowohl die Musikkapelle als auch die Gemeinde Deuchelried unterstützen die Jugendmusikschüler, indem sie einen beachtlichen Teil der Ausbildungskosten übernehmen.

1969
Bernhard Schele (*1950) aus Eglofs übernimmt die Leitung der Musikkapelle mit Schwung und Tatendrang. Mit knapp 19 Jahren ist er der jüngste Dirigent in der Vereinsgeschichte. Nicht zuletzt dank seiner guten musikalischen Ausbildung in Trossingen und seiner Erfahrungen als aktiver Trompeter gelingt es ihm schnell, sich in diesem Amt zu bewähren.

1971
Im Rahmen eines Musikausfluges, der u. a. auf ein Weinfest in Gau- Algesheim bei Mainz führt, kommen erste Kontakte mit der dortigen Kirchenmusik zustande. Schnell entstehen hier herzliche Freundschaften zwischen den Musikanten der beiden Kapellen, so daß man weitere Treffen für die Zukunft vereinbart.

1973
Vom 20. - 23. Juli wird anläßlich des 150-jährigen Bestehens der Musikkapelle Deuchelried das 9. Bezirksmusikfest Bodensee-Allgäu veranstaltet. Das große Fest wird am Freitagabend mit einem Galakonzert des Musikkorps der Bayerischen Bereitschaftspolizei München eröffnet. Samstagnachmittag und Sonntagmorgen stehen ganz im Zeichen des Wertungsspiels, das im Festzelt abgehalten wird und an dem sich 14 Kapellen beteiligen – 2 davon in der Höchststufe.
Nach dem Festgottesdienst am Sonntagmorgen, der von der Patenkapelle Leutkirch musikalisch gestaltet wird, findet das Frühschoppenkonzert mit der Gastkapelle Alberschwende (Vorarlberg) statt.
Gegen 13.30 Uhr formiert sich der Festzug. 15 Festwagen und 65 Musikkapellen aus nah und fern haben sich eingefunden, um beim Festumzug mitzuwirken.

Der Zug ist in vollem Gange, als gegen 14.00 Uhr ein beispielloser Wolkenbruch über das Dorf hereinbricht, und Musikanten wie Zuschauer zur panikartigen Flucht unter Vordächer und Hauseingänge zwingt – der Umzug löst sich auf. Wer dabei war, wird den Anblick so schnell nicht wieder vergessen.

Am Sonntagabend sorgen die „Kressbronner Dorfmusikanten“ für Stimmung. Das Fest klingt am Montag durch einen „Bunten Abend“ aus. Die „Südwestparade“ mit „Freddy Breck“ und anschließend die „Allgäuer Dorfmusikanten“ füllen das 3000 Mann-Zelt bis auf den letzten Platz.

1976
Im Zusammenhang mit der Renovierung der Eselsmühle in Wangen ist im angrenzenden Bereich an der Stadtmauer ein einladender Platz entstanden, der sich für Freiluftkonzerte geradezu anbietet. So findet hier am 29. Mai zum ersten Mal ein sogenanntes Stadtmauerkonzert statt. Einmal wöchentlich am Donnerstag geben die Musikkapellen aus dem Umkreis der Stadt hier abwechselnd eine Kostprobe aus ihrem Repertoire. (Das Konzert an sich ist bereits seit einigen Jahren Tradition und fand bisher als „Kellhofkonzert“ hinter dem Fidelisbäck in sehr beengten Verhältnissen statt).

Am 6.Nov. wird die neue Grundschule mit Turnhalle in Deuchelried eingeweiht. Die Musikkapelle kann damit vom traditionellen Probequartier im Hirschsaal in einen neuen gut ausgestatteten Proberaum in der Grundschule umziehen. Dieser Wechsel ist durch die zuletzt stark gewachsene Kapelle aus Platzgründen längst überfällig.

1977
Am 27. März findet das Frühjahrskonzert erstmals in der neuen Turnhalle in Deuchelried statt. Der bisherige Veranstaltungsort – der Hirschsaal – ist sowohl für Kapelle als auch für das Publikum zu eng geworden.

Der Musikausflug vom 16.-18.September führt die Musikkapelle nach Gau- Algesheim um der dortigen Freundschaftskapelle einen Besuch abzustatten. Bei einer in mehreren Beziehungen „lehrreichen Weinprobe“, werden dort alte Freundschaften gepflegt und neue geschlossen. Bereits drei Wochen später fährt eine kleine Abordnung der Kapelle erneut nach Gau-Algesheim. Von 6. bis 11. Oktober ist dort Weinfest – ein idealer Anlaß, die Instrumente auszupacken und die Nächte in den Weinschenken durchzufeiern.

1979
Besuch der Partnerstadt von Wangen im Allgäu La Garenne-Colombes bei Paris vom 15. bis.17. Juni. Ein bemerkenswerter - weil nicht enden wollender - Umzug durch die Pariser Vorstadt und der Besuch der Pariser Sehenswürdigkeiten bilden die Höhepunkte der Reise.

1980
Am 5. März wird Ministerpräsident Lothar Späth auf dem Marktplatz in Wangen mit einem Ständchen begrüßt.

1982
Am 20. Juni tritt die Musikkapelle beim Wertungsspiel des Bezirksmusikfestes in Isny erstmals in der Höchststufe an. Mit „Journey into Nowhere“ von Pi Scheffer und dem Pflichtstück „Aufschwung“ von Helmut Haase-Altendorf erreicht sie hier einen 1. Rang mit Auszeichnung.

1985
Am 21.4. übergibt Bernhard Schele die Leitung der Musikkapelle an Christoph Heidel (*1960) aus Amtzell, der bereits seit über 10 Jahren in der dortigen Musikkapelle die Posaune und das Tenorhorn bläst. Er bringt außerdem Erfahrung in der Leitung verschiedener anderer Instrumental- und Chorformationen mit und hat durch seine Ausbildung an der PH Weingarten auch die besten pädagogischen Voraussetzungen.

1987
Am 1. März ist Großer Musikball im Hirschsaal. Eine unter der Leitung von Christoph Heidel zusammengestellte Bigband sorgt für Stimmung.

Am 11. Juli tritt die Musikkapelle erstmals in einer Rundfunksendung auf. Es handelt sich dabei um eine Live-Sendung des SWF1 Sommerradio vom Marktplatz in Wangen. Moderiert wird die Sendung von Walter Rundel.

Am 8. November wird der 1.Volksmusikabend im Hirschsaal veranstaltet. Hier finden volkstümliche Potpourries, Polkas und Märsche ein dankbares Publikum. Aufgrund des guten Anklangs wird diese Veranstaltung, als Gegenpol zum anspruchsvolleren Frühjahrskonzert, nun regelmäßig stattfinden.

1988
Teilnahme am 100-jährigen Jubiläumsfest unserer Freundschaftskapelle, der Kirchenmusik Gau-Algesheim bei Mainz vom 20. – 22. Mai. Neben Auftritten am Freitag im Festzelt und am Sonntag beim Gottesdienst steht noch genügend Zeit für eine ausgedehnte Ausflugsfahrt durch die herrliche Weingegend zur Verfügung.

1990
Gemeinschaftskonzert mit dem Musikverein Aachen-Stolberg am 14. Sept. in der Waldorfschule in Wangen. Höhepunkt des Konzertes ist die „Symphonie Funèbre et Triomphale“ von Hector Berlioz. Dieses beeindruckende Werk wird von beiden Kapellen gemeinsam mit über 100 Musikern unter der Leitung des Stolberger Dirigenten Heinz Hilgers aufgeführt. Der Gegenbesuch in Stolberg findet vom 1.-4. Nov. statt.

1994
Vom 2. bis 5. Juni findet in Wangen das Landesmusikfest statt. Die Musikkapelle Deuchelried nimmt unter der Leitung von Christoph Heidel am 1. Blasmusikwettbewerb teil und erringt hier den 1. Preis in der Oberstufe. Außerdem gestaltet die Kapelle zusammen mit den Musikkapellen Schwarzenbach, Roggenzell und Pfärrich den „Showabend der Blasmusik“. Das Festzelt ist gefüllt bis auf den letzten Platz, die Stimmung unbeschreiblich.

Eckart Wax übergibt anläßlich der Generalversammlung am 15. Nov. nach 20 Jahren als Vorstand der Musikkapelle sein Amt in jüngere Hände. Erstmals wird dieses Amt von nun an nicht mehr von einer einzelnen Person, sondern von einem Vorstandsteam, bestehend aus 4 Personen übernommen. Mit Winfried Geier, Markus Leonhardt, Eugen Sigg und Franz Zodel stellt sich ein Quartett zur Verfügung, das sich durch sein bisheriges Engagement in der Vereinsleitung, längst für dieses Amt qualifiziert hat.

1995
Als das ZDF am 7. Mai sein „Sonntagskonzert“ ausstrahlt, sind diesmal die Musikkapellen der Stadt Wangen und Deuchelried vertreten. Bei einem musikalischen Streifzug durch das Allgäu nähern sich die Fernsehleute von Oberstdorf her über Lindenberg auch Wangen. Nachdem die Tonaufnahmen bereits im Studio in Oberstdorf „im Kasten“ waren, dient Ende April die Wangener Altstadt als Kulisse für die Bildaufzeichnungen. Die beiden Kapellen formieren sich zu diesem Zweck zu einem kleinen „Sternmarsch“ auf den Marktplatz.

1996
Die Musikkapelle begleitet zum 25. Mal die Blutreitergruppe Wangen, Niederwangen, Deuchelried beim Blutritt in Weingarten.

Am 13. bis 15. September fährt die Musikkapelle Deuchelried nach Gau-Algesheim, um das 25-jährige Jubiläum der freundschaftlichen Beziehungen mit der dortigen Kirchenmusik zu feiern. Die Deuchelrieder Musikanten genießen die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Gau-Algesheimer Gastgeber und lassen sich gerne durch die herrliche Landschaft und den vorzüglichen Wein verwöhnen.

1997
Am 18. Febr. wird der Förderverein für musikalische Jugendarbeit e. V. gegründet. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, Jugendliche für die Blasmusik zu begeistern und deren Ausbildung über den Unterrichtsbetrieb zu organisieren.

Nach über 30 Jahren hat sich die Musikkapelle - nicht zuletzt auch anläßlich des bevorstehenden Musikfestes - dazu entschlossen, eine neue Tracht anzuschaffen. Nur dank der großzügigen Spendenbereitschaft der Bevölkerung ist es möglich geworden, dieses kostspielige Vorhaben in die Tat umzusetzen. Am 18. Oktober ist es soweit. Im Rahmen des volkstümlichen Konzertes wird die neue Tracht der Öffentlichkeit vorgestellt.

1998
Vom 2. - 5. Juli wird anlässlich des 175-jährigen Bestehens der Musikkapelle Deuchelried das 18. Kreisverbandsmusikfest Bodensee-Allgäu veranstaltet. Als Novum im Ablauf eines Musikfestes ist hier das Vorziehen der Wertungsspiele um 1 Woche auf den 27.-28.Juni zu erwähnen. Die Wertungsrichter Stockmaier und Kellmayer konnten 21 Bläsergruppen zum Jugendkritikspiel und 15 Musikkapellen zum Wertungsspiel in der Turnhalle sowie 2 Musikkapellen zum Marschmusikwettbewerb begrüßen.

Das Festprogramm beim eigentlichen Musikfest lässt nichts zu wünschen übrig. Mit „Der Wolf“ und „Mr. Ed jumps the gun“ am Donnerstag Abend (2.Juli), werden besonders die jungen Gäste angesprochen.

Als echtes Publikumsmagnet erweist sich am Freitag (3.Juli) der allseits bekannte Klassiker, die „Spider Murphy Gang“. Leider verwandelt ein fast 1-stündiger Platzregen das Festzelt trotz Bretterboden in eine einzige große Pfütze. Unmittelbar vor der Bühne ist der tiefste Punkt im Zelt wo sich am meisten Wasser sammelt. Vor den Augen des gesamten Publikums muss hier von einigen beherzten Musikkameraden ein Pumpensumpf ausgehoben und die schlimmste Flut abgepumpt werden. Mit 45 Minuten Verspätung kann „Spider Murphy“ dann doch noch auftreten. Bis dahin haben die special guests „Double cooked pork slices“ mit Musikern aus unseren eigenen Reihen (Christoph Heidel, Stefan Heidel und Franz Osterkorn) das Zelt unter Kontrolle.

Am Samstag (4. Juli) sorgen nach einem umfangreichen Tagesprogramm mit Bauernmarkt, Frühschoppen, Seifenkistenrennen und Seniorennachmittag abends die Musikgruppen „Alpenblitz“ und „Alpenrebellen“ für Stimmung im Zelt.

Am Sonntag (5. Juli) folgt nach dem morgendlichen Weckruf und dem Festgottesdienst mit anschließendem Frühschoppen um 13.30 Uhr der Höhepunkt des Musikfestes – der Festumzug. Unsere schlimmsten Befürchtungen bezüglich des Wetters scheinen sich zunächst zu bestätigen. Noch um 13.00 Uhr stehen dicke Gewitterwolken am Himmel, so dass man sich bereits wieder zum letzten Musikfest im Jahre 1973 zurückversetzt fühlt. Doch diesmal ist Petrus auf unserer Seite. Während des Umzuges lässt sich sogar die Sonne blicken. Insgesamt 96 Gruppen, davon 29 Festwagen nehmen an dem Festumzug teil, mit der Musikkapelle Amtzell als Patenkapelle vorneweg. Sogar unsere Freundschaftskapelle aus Gau-Algesheim samt Traubenprinzessin Andrea I haben sich eingefunden. Als Abschluss des Tages gestalten die Musikkapellen Schwarzenbach, Eglofs und Roggenzell ein „Festival der Blasmusik“.

2006

Am 28.10.2006 übergibt Dirigent Christoph Heidel nach über 20 Jahren als Dirigent der Musikkapelle Deuchelried den Dirigentenstab an den Jugendkapellendirigenten Benjamin Sigg. Trotzdem bleibt uns Christoph Heidel als Vize-Dirigent erhalten und spielt als Posaunist weiterhin in der Kapelle mit. Die Taktstockübergabe fand am Volkstümlichen Abend in der Sporthalle Deuchelried statt, bei dem alle Musiker eingeladen waren, die in Deuchelried unter der Leitung von Christoph gespielt haben.

2010

Am 28.03.2010 übergibt unser Dirigent Benjamin Sigg aus beruflichen Gründen die Verantwortung als Kapellmeister an Matthias Haslach aus Altusried. Auch Benjamin Sigg bleibt der Musikkapelle Deuchelried treu und spielt weiterhin als Fagottist in der Kapelle mit. Beim Frühjahrskonzert 2010 findet die Taktstockübergabe statt.